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Korallen gehören zu der Klasse der Hohltiere und Leben mit ganz wenigen Ausnahmen in warmen Meeren. Es gibt ca. 6500 Arten. Man unterscheidet beim Aufbau zwischen Fuß, dem Mauerblatt und der Mundscheibe, von deren
Rand sechs, acht oder mehr Tentakel abgehen. Die reichhaltige Muskulatur geht meist vom Mauerblatt aus. Die beiden langen Mesenterien tragen Geißeln, die das Wasser zum
Mund heraustreiben. Die einzelnen Polypen stehen durch ein Kanalsystem in Verbindung. Sinnesorgane fehlen. Das Nervensystem ist diffus über den ganzen Körper verteilt.
Die Hart- oder Steinkorallen leben meist in Kolonien und scheiden ein Kalkskelett nach unten aus, so daß der Polyp immer höher gehoben
wird. Aus diesen entstehen mächtige Korallenriffe und Koralleninseln.
Die Steinkorallen können verzweigte (Geweihkorallen), massive (Hirnkorallen), tellerförmige (Tellerkorallen) oder krustige Formen bilden
(Pilzkorallen). Sie alle besitzen 6 Tentakel oder ein Vielfaches davon Die Weich- oder Lederkorallen tragen nicht zum Aufbau der Riffe bei. Sie besitzen 8 Polypententakel wie auch die Hornkorallen (Gorgonien) und
Seefedern. Durch den Wassersdruck in ihrem Innern besitzen sie ein hydostatisches Skelett, welches ihnen erlaubt, sich zu biegen.
Ökologie
K orallen sind Fleischfresser (Plankton) und ergreifen sich ihre Nahrung
aus dem umgebenen Wasser, indem sie Fangarme mit stechenden Nessel-Zellen ausstrecken. Mikroskopisch schwebende Tiere - Zooplankton - werden von deren Widerhaken gelähmt und
festgehalten. Die Fangarme ziehen dann die Stückchen zum Mund des Polypen. Die Beute wird im Magen des Polypen zersetzt und dient der Ernährung der ganzen
Kolonie. Sie nehmen eine Vielzahl an kleinen Tieren zu sich: Shrimps und ihre Verwandten; Eier und Larvenstadien von vielen wirbellosen Riff - Tieren und sogar kleine Riff - Fische. Einige Korallen fangen sogar
Bakterien und Zooplankton in Netzen von Schleim, diese schleimige Substanz wird von den Polypen produziert. Im Meer ungelöste organische Materialien passieren die Polypen und versorgen das Gewebe
des Polypen mit Stoffen, die er benötigt.
Die Wechselwirkung zwischen Korallen und anderen Organismen ist vielseitig. Bewegliche Rifftiere suchen Schutz und Futter innerhalb und
außerhalb einer Korallenkolonie. Korallen sind zusammengesetzte Organismen mit vielen Polypen in jeder Kolonie. Es können sogar Gruppen von Polypen gefressen oder zerstört werden, ohne dass der
Rest der Kolonie stirbt.
Korallen haben verschiedene Verhaltensarten, sich gegen das Aufdrängen anderer Arten zu wehren, indem manchmal "Schlachtlinien"
über oder um ihre Nachbarn wachsen oder sie wehren sich mit Giften.
Einige Tiere fressen ganze Korallenkolonien wie z.B. der Dornenkronen-Seestern und der Buffalofisch . Der
Dornenkronen-Seestern kann als einzelne Spezies ganze Korallenplatten töten, wenn er in der Nacht immer zu den selben Kolonien zurückkehrt, bis die gesamte Platte gefressen ist. Während Populationsexplosionen
fressen viele Seesterne an einer einzigen Kolonie. Ihre Feinde, einige Fische, Garnelen und die Triton - Schnecke, sind meist nicht in der Lage, ihre Vermehrung zu begrenzen. Andere Tiere, speziell einige
Schnecken ernähren sich von Korallengewebe und können große Bereiche zerstören , wenn sie sich in großen Gruppen von diesen ernähren.
Wechselseitiger Vorteil
Mit Hilfe der Zooxanthellae bauen die Korallen Skelette auf.
Zooxanthellae sind einzellige Algen, die auch unabhängig im Meerwasser leben können. Sie leben in beachtlicher Konzentration in den Zellen der Korallen. Dort könne sie
Kohlendioxid aufnehmen und Photosynthese betreiben. Viele Eigenschaften der Korallen sind zu erklären durch die Anwesenheit der Zooxanthellae. Weil diese kleinen "Solarzellen" vom Sonnenlicht
abhängig sind, können sie nur in flachem und gut belichtetem Wasser funktionieren. Ihre Gastgeber, die riffbildende Korallen, sind auf Flachwasser spezialisiert, daher sind lebende Korallenriffe ein
Flachwasser - Phänomen. Eine andere Bedeutung sieht man in der Form und Gestalt von Korallenkolonien. Viele Korallen, die verschiedene Formen und Gestalten im flachen Wasser annehmen, gehen in die Breite,
wenn sie in tieferem Wasser wachsen müssen. Damit demonstrieren sie die Wichtigkeit der Lichterfassung im Leben von riffbildenden Korallen. Mit zunehmender Wassertiefe, aber auch mit größerem Trübungsgrad
des Wassers wird zwar die Photosyntheseleistung der Zooxanthellen geringer, dies kann jedoch durch Vermehrung des Chlorophyllanteils zumindest teilweise ausgeglichen werden. Üppiges Korallenwachstum
findet man daher meist nur zwischen 3 und 30m Tiefe in der flachen Vorriffzone.
Vom Festland eingetragene Sedimente oder durch Strömung verursachte Sandverfrachtungen können zwar bis zu einem gewissen
Grad durch Selbstreinigung der Korallenpolypen bewältigt werden, führen jedoch nicht selten zum Absterben eines Riffs oder verhindern ganz die Riffbildung, etwa im Mündungsbereich großer Flüsse.
Spezialisten
Heteropsammia cochlea ist eine kleine Koralle mit einem einzigartigen Lebensstil. Sie besteht aus nur einem oder zwei Polypen und lebt
unbefestigt auf dem sandigen inneren Riffboden. Jede Spezie dieser Koralle hat einen Sipunculid oder einen " Erdnuss-Wurm", Aspidosiphon
corsallicola, der das Skelett der Koralle bewohnt. Die Aktivitäten des "Erdnuss-Wurms" bewahren die Koralle davor, im Riffbodensatz begraben
zu werden und er stabilisiert sie in einer aufrechten Position. Diese Korallen kommen ausnahmslos in Verbänden mit Würmern vor, was scheinbar grundlegend für die Existenz auf dem weichen, unstabilen
Meeresboden ist.
Diese Koralle kann in großen Populationen vorkommen und ist entweder männlich oder weiblich. Nachdem sie sich niedergelassen hat, wird sie
eine Angehörige des "Erdnuss-Wurms". Der Wurm jedoch kann auch ohne die Koralle existieren.
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